Lesung in der Kinderbuchhandlung Buchsegler

Für Kinderveranstaltungen, die in einem etwas ruhigeren Rahmen ablaufen sollen, möglicherweise in Räumen, die kein wildes Herumtoben zulassen, bietet sich eine spannende Lesung an, um die Kinder zu unterhalten und ihre Aufmerksamkeit zu fesseln.

Meine Lesungen sind darüber hinaus so konzipiert, dass sie bei den Zuhörer/innen eigene kreative Aktivitäten anstoßen oder aber direkt in ein „echtes“ Abenteuer münden, wie es bei einer Lesung mit Schatzsuche der Fall ist.

Als weiteres literarisch geprägtes Angebot präsentiere ich Ihnen auf dieser Seite eine Schreibwerkstatt für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene.

Die Geschichte „Flora und die Rettichräuber“ (Autor: Robert Mingau) erzählt von sprechenden Blumen, einem mutigen Mädchen, dem Klabautermann, drei gefährlichen Räubern, einem Höllenhund, einem Schatz und von verzweifelten Eltern, die nichts davon glauben wollen, was in der Welt des Abenteuers passiert.

Nachdem Flora beinahe in die Gefangenschaft der Rettichräuber geraten wäre, bekommt sie zu allem Überfluss auch noch Stubenarrest. Die Schatztruhe aber befindet sich immer noch in den Händen der Rettichräuber, und das ist fatal. Denn eine überaus wichtige Mission des Klabautermanns kann ohne den Inhalt eben dieser Schatztruhe nicht gelingen.

Den Kindern, die der Geschichte zuhören, bleibt also nichts anderes übrig, als selbst aktiv zu werden und sich in die Höhle der Rettichräuber zu wagen. Schließlich gilt es, die Welt zu retten, und Flora und den Klabautermann aus einer verzweifelten Lage zu befreien.

Kinderbild Rettichräuber

Zwischen Lesung und Schatzsuche müsste ich mich für etwa 20 Minuten zurückziehen und mein Klabautermannkostüm anlegen. Wie bei meinen anderen Schatzsuchen auch, werden für die Begleitung der Schatzsucher auf Ihrem Weg bis zu dem Punkt, wo sie den Klabautermann treffen, entweder einige Eltern oder 1-2 andere Erwachsene benötigt, die den Kindern dann auch die Nachrichten des Klabautermanns vorlesen können.

„Flora und die Rettichräuber“ ist eine Frühlingsgeschichte, die ich je nach Anlass geringfügig bearbeiten kann. Dann kann darin zum Beispiel auch der Osterhase eine Rolle spielen, oder sogar einige der berühmten steinernen Götter von der Osterinsel. Der Name der Hauptperson kann ebenfalls verändert werden, und fast immer baue ich ein wenig Lokalkolorit mit ein, indem ich Straßennamen und andere Bezüge zum Veranstaltungsort in der Geschichte vorkommen lasse.

Borkenstück mit Floras Nachricht

Mit guter, ruhiger Vorleserstimme und mit großem Engagement gestalte ich eine Lesung zu einem von Ihnen gewählten Thema. Ich kann dabei aus Kinderbüchern, Sachbüchern oder aus Werken der Weltliteratur vorlesen. Das Angebot umfasst eine Literaturrecherche, die Auswahl geeigneter Texte, die Vorbereitung verschiedener Aktivitäten für die Zuhörer/innen und natürlich das Vorlesen selbst.

Als Zielgruppe kommen sowohl sehr kleine Kinder (Kitakinder) als auch Schüler unterschiedlicher Klassenstufen infrage, die anhand einer solchen Lesung in ein Themengebiet eingeführt werden und vielfältige Denkanstöße dazu erhalten können.

Meistens baue ich in meine Lesungen auch interaktive Passagen ein, angefangen von kleinen Suchspielen oder Sprechchören oder dummen Kasperlefragen an die Kinder im Raum über Bastel- und Malaktionen zum Thema der vorgelesenen Geschichte bis hin zu einer Einbeziehung der Kinder in die Fortführung der Handlung (siehe Schreibwerkstatt).

Bei naturwissenschaftlichen oder empirischen Themen kann sich auch die gemeinsame Erforschung einer im Text offen gebliebenen Frage direkt aus der Lesung ergeben.

Lesung für Kinder

Vom Klabautermann ist in den alten Berliner Sagen nicht die Rede. (Einiges über die nord- und niederdeutschen Sagen vom Klabautermann erfahren Sie in seinem Lebenslauf; für weiterführende Lektüre können Sie die kleine Auswahl klabautermannkundlicher Quellen konsultieren, die ich am Ende meiner Klabautermann-Seite zusammengestellt habe).

Dennoch: auch in den Berliner Sagen geht es ziemlich oft um Fischer, Kobolde und Wassergestalten wie die Sakrower Schlangenkönigin, das Wasserfräulein vom Rummelsburger See, oder jenen großen Krebs, der der Stadt Köpenick ihren Namen gegeben haben soll, indem er immerzu „Kööp nich! Kööp nich!“ schrie, als ein Fischer ihn auf dem dortigen Markt verkaufen wollte. „Kauf nicht!“, sollte das heißen, denn der Krebs war eigentlich ein verwunschener Prinz und hielt sich deshalb wohl für unverkäuflich.

Anscheinend hätte der Krebs-Prinz durch den Kuss einer Königstochter erlöst werden können. Weil diese aber nicht vorbeikam, wurde er wütend, kniff den Fischer kräftig in die Nase und übernahm auf gewaltsame Weise die Herrschaft in dessen Haushalt, gar nicht so sehr zum Leidwesen der Fischersfrau, die sich plötzlich wie eine Prinzessin behandelt fühlte.

Krebs

Ebensogut kann es sein, dass der Krebs einfach abhaute, wieder in die Spree sprang und sich mit dem Wasserfräulein vom Rummelsburger See vermählte, welches ihn später vergiftete. Bei einem ihrer berüchtigten mitternächtlichen Besuche der Tanzvergnügen im Dorfkrug zu Stralau schenkte das Wasserfräulein den leblosen Krebspanzer den Stralauer Fischern, die ihn noch jahrhundertelang auf dem Stralauer Fischzug wie eine Trophäe vor sich hertrugen.

Wie sie sehen, birgt so eine alte Sage viele Möglichkeiten für ausufernde Fortsetzungen, und genau dazu erhalten die Teilnehmer/innen einer von mir geleiteten kreativen Schreibwerkstatt Gelegenheit und Anregung. Dabei lassen sich durchaus unterschiedliche Altersgruppen einbeziehen; natürlich gehen Kinder ganz anders an ein Sagenmotiv heran als Erwachsene, und jede altersspezifische Perspektive hat ihren eigenen Reiz.

Speziell für Jugendliche, die sich beispielsweise im Rahmen eines Schulprojektes oder im Geschichtsunterricht mit der Geschichte Berlins beschäftigen, kann die Schreibaufgabe dahingehend konkretisiert werden, dass die fortgesponnene Handlung in eine bestimmte Epoche der Stadtgeschichte führt, oder dass die Sagengestalt in mehreren wichtigen Epochen kurz auftauchen soll, um dann am Ende in der Gegenwart zu landen.

Handpuppe König